Grundlagen der Wildlife-Fotografie – Tipp 1

By 21. Februar 2017Fototipps

Bildwirkung durch Blickwinkel

Eines der wesentlichsten Elemente zur Bildgestaltung ist der Blickwinkel, aus dem das Motiv aufgenommen wird.
Also, ab auf die Knie und runter mit der Kamera… mindestens auf Augenhöhe des Motivs!

Was sich am heimischen Stadtweiher noch relativ einfach und gefahrlos umzetzen lässt, ist in den Nationalparks Afrikas extrem schwierig anzuwenden. Das Aussteigen aus dem Safarifahrzeug ist aus Sicherheitsgründen so gut wie nie erlaubt. Das schließt die Möglichkeit, durch Knien oder Liegen auf dem Boden den Blickwinkel zu optimieren,  schon mal aus… leider. Bleibt eigentlich nur, sich den möglichst niedrigsten Aufnahmepunkt innerhalb des Fahrzeugs zu suchen. Je nach Fahrzeugtyp ist das in der Regel die vordere (niedrigste) Sitzreihe oder auch der Beifahrersitz direkt neben dem Guide.

Wenn es die Platzverhältnisse im Safarifahrzeug zulassen, verzichtet auf die Bequemlichkeit und fotografiert nicht im Sitzen, sondern kniet euch auf den Wagenboden oder legt euch auf die Sitzbank. Somit gewinnt ihr nochmal gut 50 cm weniger Aufnahmehöhe und verbessert den Blickwinkel.
Wie immer ihr das auch hinbekommt… je tiefer die Aufnahmeposition, um so besser.
Wenn ihr optimale Verhältnisse auf eurer Fotosafari vorfinden wollt, empfehle ich euch ein Privatfahrzeug zu buchen.
Ein absolutes „no go“ ist das Fotografieren aus den oft angepriesenen Jeeps mit Hubdächern. Auf diese Weise könnt ihr allerhöchstens noch einem Elefantenbullen ins Auge schauen…

Bild 1
Blickwinkel von oben.
Aufgenommen, sitzend, seitlich aus einem offenen Safari-Jeep.
Entfernung des Gepards ca. 4m.

Löwe - Savuti Game Reserve - Botswana

Bild 2
Flacher Blickwinkel auf Augenhöhe.
Aufgenommen, liegend, seitlich aus einem offenen Safari-Jeep.
Entfernung des Löwen ca. 20m.

Vergleicht bitte die Bildwirkung der beiden Aufnahmen miteinander…

Die beiden Aufnahmen zeigen recht anschaulich, dass es noch einen zweiten Faktor gibt, der für den Blickwinkel eine maßgebliche Rolle spielt: die Motiventfernung.
Je weiter das Motiv entfernt ist, desto flacher wird euer Blickwinkel werden, ohne dass ihr eure Aufnahmeposition verändern müsst.
Die Aufnahme des Geparden hat wenig Bildwirkung, einen unruhigen Hintergrund, keine Tiefe, es fehlt einfach das gewisse Etwas. Mit dieser Aufnahme könnt ihr euren Freunden zuhause bestenfalls demonstrieren, wie nah der Gepard an eurem Jeep war…

Die Aufnahme des Löwen hat durch den flacheren Blickwinkel schon eine ganz andere Bildwirkung. Der Hintergrund ist wesentlich weiter entfernt und damit ruhiger. Durch Arbeiten mit einer offenen Blende ist die Tiefenschärfe gering und das eigentliche Motiv hebt sich plastisch vom Hintergrund ab. Der erste Blick des Betrachters fällt initial auf den Löwen. Die Aufnahme hat Tiefe und durch den Blickkontakt mit dem Löwen auf Augenhöhe auch Ausdruck.


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