Grundlagen der Wildlife-Fotografie – Tipp 2

By 25. Februar 2017 Fototipps
Safari-Szene

Kameraunterstützung – Stativ – Bohnensack – Freihand

Die Art der Kameraunterstützung im Safarifahrzeug ist ein viel diskutiertes Thema… Dreibeinstativ, Einbeinstativ, Bohnensack oder besser Freihand fotografieren… Möglichkeiten gibt es viele.
Doch welche ist auf einer Safari sinvoll und welche eher kontraproduktiv?

Um die Frage beantworten zu können sehen wir uns einfach mal ein typisches Safarifahrzeug an (siehe Bild 1).
Platz für 9 Gäste (Fotografen) und offene Bauweise für einen guten Rundumblick. Wieviele Gäste während den Game – Drives tatsächlich im Fahrzeug sitzen werden, ist im Vorfeld meistens nicht bekannt. Es könnten alle Sitzplätze belegt sein oder ihr seid nur zu zweit unterwegs… beides habe ich schon mehrfach selbst erlebt.

Unabhängig von der Fahrzeug-Belegung hat für mich die Flexibilität beim Fotografieren, den Blickwinkel optimal wählen zu können, oberste Priorität. Ich empfinde die Benutzung von Stativen (Einbei- oder Dreiben-Stativ) im Fahrzeug als extrem unpraktisch. Jahrelang hatte ich immer ein Einbeinstativ mit auf Safari. Da ich es nie benutzt habe, bleibt es mittlerweile zuhause.

Safari-Fahrzeug

Bild 1
Beispiel eines offenen Safari – Fahrzeugs

Safari-Szene

Bild 2
Typische Safari – Situation

Bild 2 zeigt eine typische Safari – Situation im Nxai Pan Nationalpark, Botswana.
Ein Löwe nähert sich von rechts dem Fahrzeug… alle Insassen incl. Kameras drehen sich ebenfalls nach rechts. Wenn ihr glücklicherweise auf der rechten Seite sitzt, habt ihr mit einem Einbeinstativ (steht vor euch im Fußraum) keine ausreichende Bewegungsfreiheit um schnell hinter den Sucher eurer Kamera zu kommen. Der Fußraum ist knapp bemessen… ganz Schlaue stellen ihr Einbeinstativ dann zwischen ihre Beine auf den Sitz. Das verbessert die Situation aber nur unwesentlich.
Während du noch die richtige Position suchst, siehst du im linken Augenwinkel, wie sich das 600mm Objektiv deines Sitznachbarn an dir vorbei schiebt und die ersten 30 Fotos schon auf seiner Speicherkarte sind.
Der Löwe kommt näher… der Blickwinkel änder sich… perfekte Entfernung für ein Portrait… doch die Kamera des Vordermannes ist im Weg… schnell die Staivhöhe ändern… jetzt hat der Löwe das Fahrzeug passiert und wechselt auf die linke Seite… wird er sich nocheinmal umdrehen? Er dreht sich tatsächlich noch einmal für einem kurzen Moment um und schaut direkt in die Kamera… was du leider nicht mitbekommst, weil du dich mit deiner Kamera ein gutes Stück über die Rückenlehne deines Vordermannes lehnen müsstest, um die Szene zu sehen… das aber geht leider nicht mit Stativ.

Die Situation ist natürlich leicht übertrieben geschildert, aber ihr könnt mir glauben, dass ich viele ähnliche Situationen schon erlebt habe. Ein Stativ zur Kameraunterstützung macht Sinn, wenn man privat unterwegs ist… und auch nur dann, wenn man für lägere Zeit z. B.: darauf wartet, dass ein Leopard seinen Schlafbaum verläßt oder ähnliches.
Selbst wenn ich mit meiner Partnerin privat unterwegs bin, arbeiten wir beide Freihand oder mit einem Bohnensack als Unterstützung. Auch wenn in einem „privat car“ mehr Platz ist, so kommt es auch hier darauf an,  diesen situationsbedingt und sekundenschnell zu nutzen, um den optimalen Blickwinkel zu erreichen.

Meine persönliche Empfehlung:
Arbeitet intensiv an einer soliden Freihand-Technik und nutzt die vorhandenen Räume im Fahrzeug, um den Blickwinkel auf euer Motiv zu optimieren. Euer Guide wird bestrebt sein, euch möglichst gut in Position zu bringen.
Der Rest liegt in eurer Verantwortung… ich drücke euch die Daumen für eure nächste (erste) Safari.

Beanbag Nutzung auf Safari

Bohnensack / beanbag zur Kameraunterstützung


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