Leopard und Wüstenluchs – folgenreiches Aufeinandertreffen

By 27. Juli 2014Wildlife

Afrika’s Großkatzen zu beobachten ist immer ein Highlight und manchmal überschlagen sich die Ereignisse auf dramatische Weise. Aus einer interessanten Sichtung wird plötzlich ein „One In A Lifetime“ Erlebnis. Während eines Game – Drives im Selinda Reserve erlebten wir genau das…

Das Selinda Reserve liegt im Norden Botswanas und bietet alle Vorteile eines privaten Konzessionsgebietes. Für uns als Wildlife – Fotografen ist das vor allem die Möglichkeit „Off Road“ den Tieren folgen zu können. So konnten wir einer Leopardin und ihrem 3 Monate altem Jungen eine ganze Zeit lang folgen und uns gelangen sehr gute Aufnahmen.

Doch die friedliche Familienszene endete in dem Moment als die Leopardin ihr Junges im dichen Buschwerk zurück ließ und ihren Weg alleine fortsetzte. Wir ahnten was geschehen würde… das typische Verhalten bevor sich eine Leoparden Mutter auf die Jagd begiebt. Die potentielle Beute war nicht weit entfernt… einige Impalas, die in der Nähe friedlich grasten.

Die Leopardin begann sich anzuschleichen und suchte immer wieder Deckung in einem Gebiet mit dichtem, hohen Gras, so dass wir sie oft aus den Augen veloren. Genau in einem dieser Momente ertönten völlig überraschend laute Kampfgeräusche. Wir näherten uns vorsichtig… Kameras schussbereit… und brauchten einige Zeit um wirklich zu realisieren was sich dort gerade abspielte.

Die Leopardin und ein ausgewachsenen Wüstenluchs (Caracal) kämpften miteinander. Der Kampf der zwei Raubkatzen war schnell entschieden… mit einem Kehlbiss tötete die Leopardin ihren Gegner. Da der Wüstenluchs selbst ein erfolgreicher Jäger ist, muss er von der Leopardin vollkommen überrascht worden sein. Die Gründe dafür kann man nur vermuten… denkbar wäre, dass der nachtaktive Wüstenluchs im Schutz des hohen Grases geschlafen hat und deshalb keine Chance hatte den Angriff abzuwehren.

Revier- oder Konkurrenzkämpfe unter Raubkatzen sind keine Seltenheit und würden die erlebte Situation erklären. Wir staunten jedoch nicht schlecht als die Leopardin begann, den Wüstenluchs auf einen Baum zu transportieren. Dieses Verhalten ist typisch für Leoparden, die ihre Beute vor anderen Räubern schützen wollen um sie später selber zu fressen. Leoparden sind in der Auswahl ihrer Beute nicht wählerisch, besonders nicht wenn sie ihren Nachwuchs ernähren müssen.

Die Natur hält ständig Überraschungen für uns bereit… zur richigen Zeit am richtigen Ort zu sein, das ist die Kunst… oder manchmal einfach nur Glück.


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Join the discussion One Comment

  • Grüezi Dietmar,
    das Erlebnis war sicher aufregend. Gut hattest Du trotzdem eine ruhige Hand, um diese sensationellen Bilder zu schiessen. Obwohl einem der Karakal ja leid tut. Eigentlich steht der doch nicht auf dem „Speisezettel“ des Leoparden. Aber auch der nimmt, was er bekommen kann. Nun drücke ich Dir die Daumen, dass Du den ersten Preis im Wettbewerb bei Africa Geographic gewinnst. Den hast Du verdient!
    Gruss von Hannelore.

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