Night Photography – Praxistipps und Einstellungen

By 24. Dezember 2018 Fototipps
Milky Way Rock Arch - Spitzkoppe - Namibia

Fotografie der Milchstraße

… ist eigentlich kein Thema für eine Website, die sich hauptsächlich mit Wildlife – Fotografie beschäftigt.
Der Nachthimmel über Namibia hat mich jedoch so fasziniert, dass ich seinem Zauber erlag und mich an dem Thema Night Photography, Milky Way und Star Trails versucht habe.

Night Photography ist ein sehr komplexes Thema.
Es gibt Fotografen, die sich ausschließlich damit beschäftigen und ganz fantastische Aufnahmen machen. Deshalb hatte ich bei meinem ersten Versuch in Namibia keine allzu hohen Erwartungen an meine eigenen Aufnahmen.
Doch eigentlich war es recht einfach, akzeptable Bilder vom Sternenhimmel Afrikas aufzunehmen. Besonders Namibia ist eine perfekte Destination für Nacht Fotografie… die geringe Lichtverschmutzung und ein sternenklarer Nachthimmel in der Trockenzeit sorgen für optimale Aufnahmebedingungen.
Wer seine Aufnahmen gut vorbereitet, sollte bereits beim ersten Versuch schöne Ergebnisse erzielen. Damit euch der Einstieg etwas leichter fällt, möchte ich euch einen „Praxis-Workflow“ mit an die Hand geben, in dem ich „step by step“ beschreibe wie ich meine Aufnahmen gemacht habe.
Also los geht’s…

Praxis Workflow Night Photography

Die Planung

Ein guter Anfang ist es, bereits vor der Abreise zu klären wann und wo das helle Zentrum der Milchstraße am geplanten Aufnahmeort erscheinen wird.
Nutzt dazu eine der zahlreichen Apps, die euch nicht nur vor Ort hervorragend  unterstützen, sondern auch schon zu Hause bei der Planung helfen. Die wohl bekanntesten Apps sind Sky Guide für iOS und Stellarium für Android. Beide Anwendungen bieten mehr als genug  Funktionalität.

Der Einfluss der Erdrotation oder warum brauche ich eine App?

Die Erde rotiert pro Tag einmal um ihre eigene Achse. Allerdings braucht unsere Erde dafür keine 24 Stunden, wie es unser Kalender es gerne hätte, sondern nur rund 23 Stunden und 56 Minuten.
Da bleibt doch tatsächlich eine Differenz von ca. 4 Minuten pro Tag… aussummiert sind das mehr als 2 Stunden pro Monat.
Diese Differenz erlkärt die Tatsache, dass sich der sichtbare Teil des Sternenhimmels (Milchstraße) auf eine bestimmte Uhrzeit bezogen, Tag für Tag ein Stückchen mehr verschiebt… und übrigens auch
den Grund warum ich euch die Benutzung einer App zu Bestimmung des Standortes der Milchstraße empfehle.

Star Trails - Namibia

Aufnahme zur Veranschaulichung von ca. 4 Stunden Erddrehung.
Zusammengestellt aus rund 60 Einzelaufnahmen mit je 4 Minuten Belichtungszeit.

Vor Ort, wenn es noch hell genug ist…

Als Grundlage für euren individuellen Workflow, möchte ich euch meine eigene Vorgehensweise beschreiben, so wie ich sie in Namibia angewendet habe.

Planung mit der Sky Guide App…
Ortseinstellung Keetmanshoop – Namibia, geplantes Aufnahmedatum 22.05.17 und Uhrzeit 17:40 Uhr.
Anhand der Vorschau mit der App konnte ich erkennen, dass die Milchstraße an diesem Datum nach Sonnenuntergang direkt über dem Horizont, Richtung Süd – Osten zu sehen sein mußte.
Mit diesem Wissen konnte ich rechtzeitig vor Ort sein um die Aufnahmen vorzubereiten.

Kamera – Vorbereitungen:

  • High ISO Rauschreduzierung auf „normal“.
    Wir wollen später auf unseren Display ein vernünftiges Vorschaubild haben.
  • Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung „Aus“.
    Die Kamera macht nach der eigentlichen Aufnahme eine zweite Belichtung mit gleicher Länge (Dunkelbild) und rechnet somit das Grundrauschen des Sensors aus dem Bild.
  • Helligkeit des Displays auf „Minimum“.
    Nur so können wir später die tatsächliche Belichtung der Aufnahme beurteilen.
  • Stativ und Kamera nach Süd-Osten (Milchstraße) ausrichten und Bildausschnitt festlegen.
  • Offenblende einstellen
  • Fokussieren und Tiefenschärfe überprüfen.
    Horizont und geplanter Vordergrund müssen scharf sein (Hyperfocale Distanz nutzen).
    Wenn ihr keinen Vordergrund aufnehmen möchtet, könnt ihr darauf verzichten und stellt später, wenn es dunkel ist, im Live View Modus scharf… zoomt im Live View Modus auf einen hellen Stern und stellt diesen dann mauell scharf (möglichst kleiner Lichtpunkt). Danach könnt ihr den Live View Modus wieder verlassen.
  • Autofokus ausschalten (manueller Fokus).

Das war’s schon… jetzt warten wir auf den Sonnenuntergang und den Aufgang der Milchstraße…

Wenn es dunkel genug ist…

Mittlerweile ist es dunkel geworden und wir sehen die Milchstraße am Himmel… der Bildausschnitt passt und wir sind bereit für die ersten Aufnahmen… Nachjustieren des Ausschnittes durch vorsichtiges Ausrichten der Kamera (Stativ bleibt an Ort und Stelle) ist jederzeit möglich.

Kamera – Vorbereitungen:

  • Kamera in den „manuellen Aufnahmemodus“ bringen.
  • „400 Regel“ benutzen um die maximale Belichtungszeit zu ermitteln.
    (400 / Brennweite x Crop-Faktor)
    Bei längeren Belichtungszeiten würden die Sterne unscharf dargestellt werden (Bedingt durch die Rotation der Erde).
  • Verschiedene ISO Einstellungen ausprobieren.
    ISO 3200 bis ISO 6400 (1600 wenn noch Umgebungslicht (Mondlicht) vorhanden ist.
  • Wenn ihr den Vordergrund mit einbinden wollt, versucht es einfach mal mit Light Painting um die Belichtung anzupassen.

Nach etwas Übung und Routine könnt ihr schon mit recht ansehnliche Aufnahmen rechnen.
Wer gerne mehr Ergebnisse aus zwei Nächten Night Photography in Namibia sehen möchte, findet alle Bilder in meiner Galerie Night Photography.


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