Wildnis trifft Zivilisation

By 20. Februar 2016 Wildlife
Gepard - Masai Mara - Jeep

Was macht bloß dieser Gepard auf einem Jeep in der Masai Mara?
Handelt es sich hierbei etwa um eine Attacke auf die Insassen, oder was könnte das Tier dazu veranlasst haben, auf das Fahrzeug zu springen?

Das Foto entstand auf einer Safari in Kenia, und unser Guide erzählte uns, dass die Mutter dieses männlichen Geparden als erste in dieser Gegend diese spezielle Verhaltenweise entwickelt und an ihre Nachkommen weitergegeben hat.

Aber wie ist ein solches Verhalten zu erklären?
Dazu muss man das Jagdverhalten der Geparden einmal genauer betrachten. Wie die Jagd selbst im Detail abläuft, wurde bereits im Blogbeitrag Chronik einer Gepardenjagd geschildert. Zuvor muss der Gepard aber erst einmal nach geeigneter Beute Ausschau halten. Da die Masai Mara aus überwiegend flachem Gelände besteht und das Gras mitunter recht hoch ist, nutzt der Jäger dafür gerne kleine Erhöhungen wie Termitenhügel oder Erdhaufen.

Gepard - Masai Mara
Gepard - Masai Mara

Und hier kommen die Safarijeeps der Touristen ins Spiel. Die Geparden sind mittlerweile so an die Jeeps gewöhnt, dass sie keinerlei Berührungsängste gegenüber diesen Fahrzeugen haben und sie gerne mal als Aussichtspunkte nutzen, um nach Beute oder potentiellen Feinden wie Hyänen oder Löwen Ausschau zu halten.

Dass der Gepard auf dem Jeep nach Beute Ausschau gehalten hat ist wenig wahrscheinlich, dagegen spricht sein prall gefüllter Bauch. In der beobachteten Situation war es eher so, dass er nach einer drohenden Gefahr Ausschau gehalten hat und diese möglicherweise in der Ferne entdeckte, denn ganz plötzlich wurde er unruhig, sprang fauchend vom Jeep und ging erst einmal in Deckung.

Gepard - Masai Mara - Jeep
Gepard - Masai Mara - Kenia
Gepard - Masai Mara - Kenia

Was die Fotos nicht zeigen, aber möglicherweise auch zur Irritation des Geparden beigetragen haben könnte, war die Menge der Fahrzeuge, die um ihn versammelt waren. Solche Touristenansammlungen sind in Kenias Masai Mara sehr häufig anzutreffen. Zwar sind mehr als 5 Fahrzeuge pro Sichtung nicht erlaubt, aber kontrolliert wird hier offensichtlich nicht oder einfach nur zu selten.

Kenia befindet sich in einer Abhängigkeit vom Tourismus, der eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes darstellt, und das Land ist bestrebt, diesen eher auszubauen statt zu reglementieren. Bei aller Kritik ist aber auch Fakt, dass ohne die Touristen das Überleben der Wildtiere kaum eine Chance hätte.


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